Helmut Schmidt: Not on Our Own

[…]

If we, the Germans, were tempted into claiming a leading European role – or, if not quite that, to act the a primus inter pares -, a growing majority among our neighbors would efficiently oppose that. The periphery’s concerns about a too-strong European center would return very quickly. The likely consequences would be maim Europe. And Germany would drop into isolation.

Wenn wir Deutschen uns verführen ließen, gestützt auf unsere ökonomische Stärke, eine politische Führungsrolle in Europa zu beanspruchen oder doch wenigstens den Primus inter pares zu spielen, so würde eine zunehmende Mehrheit unserer Nachbarn sich wirksam dagegen wehren. Die Besorgnis der Peripherie vor einem allzu starken Zentrum Europas würde ganz schnell zurückkehren. Die wahrscheinlichen Konsequenzen solcher Entwicklung wären für die EU verkrüppelnd. Und Deutschland würde in Isolierung fallen.

[…]

Our central geo-political location, our unfortunate role in the course of European history well into the mid-20th century, and our performance today all demand – from any German government – a lot of empathy for our EU partners’ interests, and our cooperation is essential.

Unsere geopolitische Zentrallage, dazu unsere unglückliche Rolle im Verlaufe der europäischen Geschichte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, dazu unsere heutige Leistungsfähigkeit, all dies zusammen verlangt von jeder deutschen Regierung ein sehr hohes Maß an Einfühlungsvermögen in die Interessen unserer EU-Partner. Und unsere Hilfsbereitschaft ist unerlässlich.

We haven’t achieved our reconstruction of the past six decades just on our own, nor  self-propelled. It wouldn’t have been possible without help from the Western allied powers, without being embedded in the European Community and the Atlantic Treaty, help from our neighbors, the political rise in eastern central Europe, and the end of communist dictatorship. We have reasons to be grateful. And we are liable to live up to the solidarity shown to us before, by showing solidarity ourselves, to our neighbors.

Wir Deutschen haben doch unsere große Wiederaufbau-Leistung der letzten sechs Jahrzehnte auch nicht allein und nur aus eigener Kraft zustande gebracht. Sondern sie wäre nicht möglich gewesen ohne die Hilfen der westlichen Siegermächte, nicht ohne unsere Einbettung in die europäische Gemeinschaft und in das atlantische Bündnis, nicht ohne die Hilfen durch unsere Nachbarn, nicht ohne den politischen Aufbruch im Osten Mitteleuropas und nicht ohne das Ende der kommunistischen Diktatur. Wir Deutschen haben Grund zur Dankbarkeit. Und zugleich haben wir die Pflicht, uns der empfangenen Solidarität würdig zu erweisen durch unsere eigene Solidarität mit unseren Nachbarn!

[…]

Former German chancellor Helmut Schmidt, in a speech to the SPD party congress in Berlin on Sunday.

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Related

» The Costs of Running a Trade Surplus, Aug 7, 2011
» Central Europe, the Concept’s History, Wikipedia

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2 Comments to “Helmut Schmidt: Not on Our Own”

  1. Starker Tobak für Angela Merkel. Das hat gesessen, haha..

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  2. Kann gut sein – wobei die Kritik an Merkel recht inhaltlicher Art war. Kraftmeierei bezog sich wohl auf Kauder, der sich über die Rolle der deutschen Sprache in Europa ausgelassen hat.

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